Mycotherapie

Bild: Hawlik

Mycotherapie, was genau versteht man darunter? Es handelt sich dabei um Vitalpilze, denen eine Heilkraft nachgesagt wird, und dies wird mittlerweile in zahlreichen wissenschaftlichen Studien bestätigt. Der wohl bekannteste medizinische Wirkstoff eines Pilzes ist das Penicillin, welches Theodor Billroth 1874 im Pilz Penicillium erkannt hat.

Die Mycotherapie hat ihren Ursprung in der TCM, der Traditionellen Chinesischen Medizin. Pilze werden schon seit tausenden von Jahren als Nahrung und Medizin verwendet. Einer der ältesten Nachweise dafür ist der “Ötzi”. Nein, nicht der DJ Ötzi, sondern die Mumie, die vor einigen Jahren gefunden wurde. Man fand in seinem Beutel Birkenporlinge. Anscheinend wusste man damals schon, dass dieser Pilz eine antimikrobielle Wirkung hat. Und auch Hildegard von Bingen (1098-1179 n. Chr.) setzte das Judasohr, den Igelstachelbart und den Klapperschwamm ein, wie in ihrem Werk “Physica” zu entnehmen ist. Aktuell wird die Mycotherapie in vielen Teilen Ostasiens als 4. Säule der Krebstherapie neben Bestrahlung, Operation und Chemotherapie eingesetzt.

Vor etwa 50 Jahren begann die Wissenschaft die heilende Wirkung der Pilze zu untersuchen und fand dabei sehr wirkungsvolle Stoffe. So fand Prof. Tetsuro Ikekawa mit seinem Team 1968 heraus, dass einige Speisepilze eine antitumorale Wirkung haben. Diese Studie wurde im “American Journal of Cancer” publiziert. Man kann wohl sagen, dass dies der Startschuss für andere Wissenschaftler war, die Pilze weitergehend zu untersuchen. 

Vitalpilze bei Tieren einzusetzen ist noch jung, jedoch stützen hunderte von Studien an Tieren die Wirksamkeit der Vitalpilze. Sie können bei den unterschiedlichsten Krankheiten oder auch einfach zur Vorbeugung eingesetzt werden. 

Die verschiedenen Wirkstoffe der Pilze befinden sich aber nicht immer im Fruchtkörper, manchmal findet man sie auch nur im Myzel. Außerdem sind einige Vitalpilze ungenießbar. Aus diesem Grund werden aus den Pilzen aus kontrollierten Anbau, frei von Schadstoffen, Pulver, Trocken- oder Flüssigextrakte hergestellt. 

Das Wirkspektrum der Vitalpilze kann man im Grunde in zwei Bereiche einteilen:

    • energetische Wirkung
    • pharmakologische Wirkung

Die Pilze wirken auf der energetische Ebene u.A. wie folgt:

    • ausgleichend
    • ausleitend
    • entgiftend
    • nährend
    • stärkend
    • regulierend

Bei der pharmakologischen Wirkweise, die durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt ist, kann u.A. wie folgt klassifiziert werden:

    • antiinflammatorisch
    • antimutagen
    • antioxidativ
    • antitumortal, antikanzerogen, antiangiogenetisch, antimetastatisch
    • antiviral, antibakteriell
    • immunaktivierend und immunregulierend
    • analgetisch
    • adaptogen

Die ist nur ein Auszug aus der langen Liste der Wirkweisen und zeigt, dass Vitalpilze ein sehr breites Wirkungsspektrum haben und bei einer Vielzahl von Krankheiten oder auch nur zur Vorbeugung eingesetzt werden können. Je nach Bedarf wird dafür das Pilzpulver, das Extrakt oder auch eine Kombination aus Pulver und Extrakt eingesetzt.

Hinweis: Dieser Beitrag wird ständig erweitert und angepasst.

Quellenangaben:
Mykotherapie für Tiere, Wandy May Pulfer, ISBN 978-3-13-242730-3
Vitalpilze – Naturheilkraft mit Tradition – neu entdeckt, Gesellschaft für Vitalpilzkunde e.V., ISBN 978-3-00-047706-5
Ausbildungsskript “Mycotherapie für Tiere”, Verfasser Nils Steenbuck