Was beschäftigt den Barfer – Platz 3

Ich habe die letzten Wochen mal in den div. Facebook-Gruppen gestöbert und mir die Themen angesehen, die Barfer am meisten beschäftigen. Daraus habe ich eine Top 3 erstellt und werde in den nächsten Wochen zu diesen Themen Beiträge veröffentlichen. Meine Top 3 ist sicher nicht repräsentativ, gibt jedoch im Grunde wieder, wo Barfer ihre Probleme sehen. Neben den drei Themen, die ich hier erörtern werde, wurden auch viele Fragen z.B. zu Seealgenmehl, Öle, Barfen von kranken Hunden und Welpen, Barfen im Urlaub, Fertigmixe, Zusätze, uvm. gestellt. Diese Themen nehme ich sicher in der Zukunft noch auf, aber erst kommt meine Top 3. Wie diese Top 3 aussieht erfahrt ihr, wenn ihr mir weiterhin folgt. Seid gespannt…

Beginnen werde ich heute mit Platz 3: Futtermittelunverträglichkeiten, Futtermittelallergien und ASD

Viele Hundebesitzer schildern, dass plötzlich ein Futter nicht mehr vertragen wird. Dies zeigt sich u.a. oft in Form von breiigem bis flüssigem Kot, Hot Spots, Ausschlägen, Ohrenentzündungen. Wenn die Diagnostik organische Ursachen, Parasiten oder Darmstörungen ausgeschlossen hat, liegt der Verdacht auf eine Futtermittelunverträglichkeit nahe.

Von einer Futtermittelunverträglichkeit sprechen wir, wenn der Hund einen Stoff aufnimmt, der hochgradig entzündungsfördernd ist. Sein Immunsystem bildet Antikörper und bekämpft dadurch die Antigene. Das führt u.a. zu den o.g. Symptomen. Es können daraus noch viel schwerwiegendere Krankheiten entstehen, wenn dies nicht behandelt wird.

Leider werden Futtermittelunverträglichkeiten oft auch als Futtermittelallergien diagnostiziert. Eine Futtermittelallergie ist eine immunologische Reaktion, die kurzfristig auftritt, während eine Futtermittelunverträglichkeit eher chronisch ist und auch erst nach einer längeren Zeit zum Vorschein kommt. Bei einer Unverträglichkeit kann ein Hund einen bestimmten Stoff, wie z.B. bei einer Laktoseintoleranz, nicht verwerten. Dabei gibt es keine Reaktion des Immunsystems. Nichtsdestotrotz muss der Auslöser ausfindig gemacht und zukünftig gemieden werden.

Das Mittel der Wahl ist dafür die Ausschlussdiät, auch Eliminationsdiät genannt. Grob erklärt wird dem Hund eine Proteinquelle und eine Kohlenhydratquelle gefüttert, die der Hund definitiv noch nie gefressen hat. Oft wird dafür Kaninchen oder Pferd genommen, mittlerweile gibt es aber Exoten wie Krokodil oder Känguru, die als Proteinquelle gefüttert werden können. Als KH-Quelle dienen meist gekochte Kartoffeln, glutenfreies Getreide oder Reis. Dies füttert man über einen Zeitraum von mind. sechs Wochen. In dieser Zeit darf nichts, aber auch garnichts anderes in den Hund. Keine industriell hergestellten Leckerlies, keine Wienerle, kein Käse, kein Öl, keine Zusätze, nichts! Klar ist das hart, wer kann denn schon einem Bettelblick widerstehen? Man kann aber auch für den Zeitraum der ASD Leckerlies selbst herstellen. Z.B. nimmt man das Muskelfleisch des Tieres, das gerade für die ASD gefüttert wird und dörrt dieses entweder im Backofen oder in einem Dörrautomat. So bekommt der Hund sein Leckerlie (z.B. beim Training) und der Halter hat kein schlechtes Gewissen.

Wenn nach dem o.g. Zeitraum keine Symptome zu erkennen sind, die auf eine Unverträglichkeit hinweisen, kann man eine weitere Futterkomponente einführen. Für die Dauer der ASD ist es zwingend notwendig, dass akribisch ein Futtermitteltagebuch geführt wird. So kann lückenlos dokumentiert werden, was vorne in den Hund rein kommt und welche Folgen sich beim Hund zeigen.

Dies ist nur eine grobe Beschreibung einer ASD. Ich weise nachdrücklich darauf hin, dass man sich beim Verdacht einer Futtermittelunverträglichkeit professionelle Hilfe entweder eines Ernährungsberaters oder Tierheilpraktikers sucht und nicht versucht eine ASD alleine durchzuführen.

 

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